Vernissage

Art&Poems


by Susy Ranz-Räthlein

 

Ich wünsche mir

einen Tag mit mir.

Ich will schauen,

 ob noch jemand zu Hause ist.


Zwei Körper finden zueinander.

In diesen Minuten 

scheinen auch die Seelen eins zu sein.  


 

Dieses aufeinander

Zugehen. Überlappen. Voneinander 

Entfernen. Im Kreis. 


 

Hinter allem Schrecken.

Der Himmel so klar und stark.

Das Leben hat Kraft.

 



 

 

Spürst du die Farben?

Weint der Wind? 

Ich laufe im Wald zu mir. 

 

       

 


Weiße Rose. Blatt grün.

Ich rieche ihren Duft. Herrlich.

Das Gold der Natur ist nah.


Und wenn jede Sekunde

Dein Leben ist: ist eine gute 

kostbar; eine schlecht bald vorbei.


Der Wind spielt mit meinem Haar.

Zerzaust und wild und froh. 

Tochter des Frühlings.



Foto: Susanne Ranz-Räthlein

Liebe Susy, 

herzlich willkommen auf der Butik-Page! Was Glück für Dich bedeutet, hast Du uns auf der Seite „Zum Glück“ ja schon in wunderschönen Worten beschrieben. Heute stellst Du uns Dein Projekt Art&Poems vor.

 

Wie sind Deine Bilder und Gedichte entstanden?
Ich schreibe und male schon seit ungefähr meinem 11. Lebensjahr. Ich habe locker über 500 Gedichte und 350 Bilder. Einige Frühwerke bringen mich jetzt eher zum Schmunzeln. Manche machen mich stolz darauf, was ich als Mädchen und Teenie so produziert habe. :)

Die Bilder hier sind seit 2019 entstanden. Die schwarz-weißen Scherenschnitte sind von 2015. Mit diesen war ich bereits bei einer Ausstellung. Ich habe Phasen, in denen male ich 4 Bilder pro Woche, dann wochenlang wieder keines. Ähnlich ist es mit Gedichten. 



Erzähle uns von Deinen Gedichten.

Ich schreibe phasenweise viele pro Woche. Als Japanbegeisterte hat es mir die Form des Haikus angetan. Anlass für ein Gedicht kann ein Gefühl sein, egal welcher Natur, ein Schatten, eine Melodie...ein Spaziergang.

 

Haiku habe ich schon gehört. Welcher Form folgt ein Haiku? 

Ein Haiku erzählt eine Geschichte oder beschreibt ein Bild in wenigen Worten. In der ersten Zeile stehen 5 Silben, in der zweiten Zeile 7 Silben und in der dritten Zeile 5 Silben. Ich halte mich meistens daran. Wenn ich aber das Gefühl habe, dass es vom Wortklang anders besser passt, weiche ich auch davon ab. 

 

Was bedeutet Kunst für Dich?
Ich brauche Kunst. Sie ist ein Teil meines Ikigai=was mich ausmacht. Und ich brauche die Arbeit mit Farben, Formen und Materialien. Ohne sie fehlt mir etwas. Es ist so, wie wenn ich 2 Wochen lang kein Yoga machen würde - ich spüre, mir fehlt etwas, das mir gut tut und in dem ich mich ausdrücke, bei dem ich in eine Art Flow komme und höchst fokussiert bin beim Tun. Ich glaube, es ist ein Teil meines Kern-Ichs. Ich drücke meine Eindrücke damit aus. Die Bilder müssen auch nicht alle 1a sein, der Prozess des "ich erschaffe etwas" ist auch sehr schön für mich.

 

Gehören die Bilder und Gedichte zusammen?
Sie sind nicht alle zusammen entstanden, aber ich habe versucht, die Stimmung des Bildes mit dem Thema des Gedichts zu verbinden, wie ich es sehe. Das könnte für jede*n Betrachter*in aber auch anders sein...

 

Erzähle uns von Deinem Projekt Art&Poems.
Meine Mutter malt schon seit Jahrzehnten - hier hat sie mich inspiriert. Seit geraumer Zeit schreibt sie auch Haikus - damit hatte ich begonnen. Wir möchten daher unsere Kunstseelenverwandtschaft in ein Buchprojekt bringen. Außerdem planen wir eine gemeinsame Homepage. Wir sind uns vom Typ her sehr ähnlich und sind doch im Stil teilweise ganz anders. Ich bin dankbar, eine Mum zu haben, die nicht nur Mutter sondern auch Freundin ist.

 

Wow, das ist toll! Wovon träumst Du? 
Mein Traum bzw. einer der wichtigsten Träume ist, ein eigenes Atelier zu haben, in dem ich auch rumklecksen kann. In dem Bilder, Materialien usw. rumstehen und ihre eigene Atmosphäre schaffen. Und wo die Bilder auch Platz haben.

 

Vielen Dank für den Einblick in Deine Kunst, die zauberhaften Gedichte und die Inspiration! Ich bin schon sehr gespannt auf die Homepage und Euer Buchprojekt und drücke Dir die Daumen für das eigene Atelier.   


Manchmal lerne ich in

Romanen Menschen kennen,

deren Freundin ich gern wäre.


Zwischen Rollladenspalten.

Feines Licht. Staubkörner.

Hauch von Ewigkeit.

 


Der Hauch eines Lächelns. Dein Blick. 

Ich liebe Dich sehr.

 


Zwischen den Rollladenfugen

blitzt der Abendmond. 

Von sanftem Blau umhüllt.

 



Unser ich wird immer

geformt am Du. Wie schön, 

dass ich Dich gut behandle.


Mono no aware

Glückselig dieser-

Moment vergänglicher Schönheit. 

Bewahrt im Herzen. 


Eine Tasse Tee.

Licht flutet durch die Zweige.

 Ich brauche wenig.